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© by Nicole
Auch die neue CD von L'ÂME IMMORTELLE ist ein Konzeptalbum. Diesmal geht
es eben um ein bestimmtes Datum, "als die Liebe starb". Auf der Scheibe
sind zehn Songs versammelt, deren Texte fast ausschließlich düster,
traurig, melancholisch wirken. Dennoch werde ich vom Hören nicht depressiv,
denn die eingängigen Melodien, die Beats und vor allem die erstmals einge-setzten
E-Gitarren machen das Ganze nicht zu einem Rührstück, sondern zu einem
absoluten Hörgenuss. Das aufwändige Booklet, gestaltet von Oliver
Schlemmer nach Ideen von Sonja Kraushofer, sollte man nicht verpassen - deshalb
unbedingt das leider limitierte Digipack be-sorgen! Handgeschriebene Lyrics
und gezeichnete Frauen-Akte wechseln sich ab, und eine op-tische Spielerei (die
ich noch nicht verraten möchte) macht das Ganze zu einem echten Kunst-werk.
Nun ein paar Worte zu den Songs im Einzelnen:
21. FEBRUAR 2001
Das Album startet düster. Thomas' fast flüsternde, dunkle Stimme, die einem beinahe das Blut in den Adern gefrieren lässt, dazu an den Nerven zerrende Elektro- und Gitarrenklänge. Sprechgesang ist neu, Gitarren ebenfalls, aber beides passt dennoch hervorragend zu LAI
Doch wohin soll ich mich wenden?
TIEFSTER WINTER
Die erste Single, die mich schon vom "erweiterten Orchester" überzeugte, folgt mit Sonjas kla-rer Stimme und einem tanzbaren Beat; mittlerweile ist er sicher schon oft bei "Dark Nights" zu hören, sehr eingängig.
Die Kraft, die Hoffnung, sie ist fort
HAVE I EVER?
Dieser Song ist ein Ohrwurm. Vielleicht etwas LAI-untypisch, mögen manche kritisieren, da das Keyboard im Vergleich zu Schlagzeug und Gitarre in den Hintergrund tritt. Außerdem ist man diese Mehrstimmigkeit noch nicht so gewöhnt. Aber es klingt gut, und das zählt.
Have you ever been in love with me?
LETTING GO
Dieser Song wächst beim mehrmaligen Hören. Beim ersten Mal war er mir zu ruhig, aber ge-nau das ist letztlich seine Stärke. Er fällt definitiv in die Kategorie "Sonja-Ballade" und wird bestimmt auf vielen ruhigen Samplern einen Platz finden. Etwas zum Den-Gedanken-Nachhängen.
Life will continue in its flow but the memories stay
AUS DEN RUINEN
Für mich definitiv der mehrheitsfähigste Song der CD. Thomas' "harter" Gesang dominiert den Refrain, Sonjas "klarer" trägt die Lyrics, eine eingängige, tanzbare Melodie - ich kann mir gut vorstellen, dass so mancher den Text dabei herausschreien möchte und wird. Was unbedingt mal wieder vorkommen darf in anderen Songs ist dieses choral-artige Intermezzo!
Doch niemand hört mein stummes Schreien
CERTAINTY
Wow, Sonjas Stimme ist unglaublich variantenreich. Wer "Have I ever" noch im Ohr hat, den wird dieser Song überraschen, so anders kann es klingen, wenn Sonja singt. Während der Text fast mutlos klingt, hört das Ohr eine schneidende, harte Stimme und eine sehr ungewöhnliche Melodie.
Will I ever be blessed with certainty?
LAKE OF TEARS
Diesen Song würde ich am ehesten von allen einen "klassischen" LAI-Stil nennen, obwohl auch das nicht stimmt, denn hier hört man sehr deutlich die wunderschönen Geigenklänge, und mit ihnen erscheint ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Er erinnert mich etwas an den anderen Tears-Song ("Tears in the Rain"), aber vor allem kommt er mir vor wie eine kleine Flamme im Dunkeln. Es wird gut ausgehen.
You took my doubts, you took my fears, you led me through this lake of tears
BETRAYAL
Fast eine Symbiose aus "Have I ever" und "Certainty", was Sonjas Stimme angeht - mal sanft, mal streng, mal flüsternd, mal fordernd und schließlich ein Schrei! Aus dem Text spricht Verzweiflung, aber auch aufkeimende Wut. I gave you all that I could give
My Soul, my Heart, my Mind
IM TOD VEREINT
Wieder wird es schneller, und diesmal muss ich endlich das Schlagzeug erwähnen, dass mir "echt" um Längen besser gefällt als aus der "Steckdose". Und bei diesem gewaltigen Song passt auch die E-Gitarre wieder hervorragend, ebenso die Zweistimmigkeit und das fast he-rausgeschriene "Ich lebe noch!"
Bis ihr wirklich seht, welcher Kampf tief in mir tobt. Ich lebe doch, ich bin nicht tot!
DISHARMONY
Zunächst singt Sonja noch mit leiser hoher Stimme, doch dann wechselt sie in einen leisen Sprechgesang über, begleitet von Klavierklängen. Eine CD geht ganz langsam zu Ende, zurück bleibt diese melancholische Stimme des Verlassenseins. Verlassen von dieser Musik.
Notes that made up melodies Distort into disharmonies
Nachdem ich so viel von dieser CD gehört hatte, es ist ja die erste, deren Entstehen ich von A bis Z als Zaungast miterlebt habe, hatte ich sicher auch einige Erwartungen und Ideen, was mich wohl erwartet. Doch alles, was ich mir vorgestellt hatte, wurde vollkommen umgeworfen und auf eine Art in den Schatten gestellt. So ein Booklet (das immer noch mein Geheimnis bleibt) habe ich noch nie vorher gesehen! Und jedes neue Instrument, das für die Erstellung der CD verwendet wurde, ist ein purer Gewinn für die Musik von L'ÂME IMMORTELLE. Hiermit fängt eine neue LAI-Dimension an, da bin ich mir sicher.
Eine Bemerkung sei mir noch erlaubt: ich habe selten ein überraschenderes und schöneres Geschenk bekommen. Und niemals würde ich die Träne im Augenwinkel zugeben. Danke!
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