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Auf Deinen Schwingen

[Auf Deinen Schwingen]

© der Rezension 24.08.2006 - Nicole Luck

Endlich wieder eine CD aus dem Hause L'Âme Immortelle. Die Messlatte war hoch gelegt, "Als die Liebe starb" und "Gezeiten" sind zu Recht hochgelobte Scheiben mit exzellenten Chartplatzierungen gewesen. Ich halte jetzt die "Limited Edition" in Händen. 15 Songs, zwei Booklets. Und in denen habe ich auch zuerst gelesen. Gitarren??? Ungewohnt, bestimmt ungewohnt. Ich komme mir vor wie das Mädchen auf dem Cover - was wird mich erwarten, wenn ich die Tür öffne, die CD in den Player lege?

Auf Deinen Schwingen
Getarnt als Ballade, wird ein bombastischer Ohrwurm-Refrain aus dem zarten Klavierklängen entwickelt. Der Text gefällt mir noch besser als die Melodie, denn während man noch damit rechnet, dass jemand gerettet wird, und dann kommt das "dicke Ende". Puh. Ein Thomas-Sonja-Duett. Genialer Song, perfekt für eine Single!

Herzschlag
Wieder sehr balladenhaft und dann doch rockig, Sonja singt. Für meinen Geschmack ein bisschen zu deutschrockig-nett, obwohl der Text eigentlich traurig ist, stimmt mich die Melodie eher fröhlich. Was zum Tanzen.

Du siehst mich nicht
Einer meiner Favoriten! Sehr böse-rockig-rammsteinig. Auf dem Kopfhörer wirkt ein geniales Rechts-Links-Soundsystem. Früher wäre da der Stimmverzerrer gekommen (brrrrlblääääh und so weiter). Hurra! Jetzt ist er weg, Thomas kann auch ohne ihn sehr böse klingen. Hier tritt Elektro gegenüber Gitarren wieder mehr in den Vordergrund, genau mein Geschmack, mehr davon bitte.

Nur Du
Offensichtlich die nächste Single-Auskopplung? Poprock pur, würde ich es nennen. Sonjas Stimme beeindruckt mich wie immer. EBM-Anhänger werden diesem Song Mainstream vorwerfen ;-)

Phönix
Der Start ist ein Hammer! Wieder ein von mir so geliebter Dialog-Song. SEHR rockig, das habe ich mir insgeheim ja schon immer gewünscht, sehr schade, dass es davon keine Single gibt. Das dazugehörige Video ist eine Hommage an die Fans. Ein echter Ohrwurm, eine Rockoper! Hier beeindruckt mich wieder einmal besonders der Text.

Destiny
Bisher verband ich diesen Songtitel mit einem ganz furchtbaren Lied, endlich gibt es eine Alternative. Ein Geschenk an all die Facetten, die Sonja ihrer Stimme entlocken kann. Ist der erste Song der CD, den ich als "typisch LAI" sofort erkannt hätte.

Sometimes Love is not enough
Der einzige Song, der es bisher so gar nicht in mein Herz geschafft hat. Eine langsame getragene Ballade, auch mit einer Prise Rockoper. Aber irgendwas ist hier nicht so richtig "meins". Vielleicht kommt das noch beim Mehrmalshören. Sonja singt.

Run Away
Thomas ist am Mikro. Spontan habe ich Assoziationen mit Nickelback, kratzige Stimme. Sehr rockig! Gefällt mir total gut, vor allem, dass da zwischen dem ganzen Gitarrengeschrammel noch ein klares E-Piano durchklingt, hat echt was. Aber schon eher Poprock als Gruftiemusik.

Wohin
Genial, ich liebe es, wenn man quasi in einer Rückblende alte Texte entdeckt. "Aus den Ruinen meiner Träume" - ein Zitat aus "Als die Liebe starb". Ein ruhiger Song, als Dialog gehalten. Vor allem die "backing vocals" finde ich hier sehr schräg-faszinierend, ganz was anderes als sonst.

In Dein Leben
Wieder ein bisschen schlager-rockig, die Gitarren stehen LAI-Musik sehr gut. Hat ein bisschen etwas von Rosenstolz, aber hier erlebt man mal wieder, wie gut Sonjas Stimme ausgebildet ist. Ist mir ein bisschen zu lieb, aber es ist bestimmt toll für Frischverliebte.

Last Will
Gab es das schon einmal? Akustikgitarre! wunderschön!! Was zum Träumen. Dafür lieben wir L'Âme Immortelle. Könnte "Bitterkeit" in der Piano-Version ablösen.

Der letzte Akt
Jeanny 4? Das war das erste, was mir in den Sinn kam, und auch nach dreimal hören fällt mir immer nur diese Assoziation ein. Da ich Falco für einen der genialsten Künstler der (leider vergangenen) Gegensart halte: Absolut GENIAL! Der Top-Song des Albums für mich.

Bis ans Ende der Zeit
Ich würde sagen, eine Verwandtschaft zu "Nur Du" kann dieser Song nicht abstreiten, allerdings singt diesmal Thomas. Ein richtig netter Poprock-Song zum Abtanzen.

Dying Day
Schade, dass DAS nur ein Bonustrack ist, sehr "zackig", ich mag solche schnellen Songs. Das Schlagzeug finde ich hier besonders beeindruckend. Thomas klingt richtig böse, und Sonja singt zart dagegen, solche Duette finde ich einfach so richtig typisch L'Âme Immortelle, klasse. Und die Elektro-Zwischensequenz ist zum Niederknien - viel zu kurz!

Dein Herz
Das Lied musste ich mir erst mal schönhören, es ist einfach nicht L'Âme Immortelle pur. Wir waren lange per Sie, das Lied und ich, mittlerweile sind wir aneinander gewöhnt.

Noch ein Wort zum Gesamteindruck: Gitarren! Ich hätte nie gedacht, dass mir das derart gut gefallen würde. Manche Songs sind mir ein bisschen zu "nett", andere dafür GENAU mein Geschmack. Ein Album, dass man sicher auch mal auflegen kann, wenn keine bösen Grufties zu Besuch sind, was ja nichts grundsätzlich Schlimmes ist. Zum Cover und den Booklets: ganz tolle Fotos von einem äußerst hübschen Mädchen. Das Titelbild von Booklet eins finde ich ein bisschen lustig: da steht "Ich träume", und dahinter Zahlenmüll. Hat was von vergeigter Mathearbeit (nichts für ungut). Die Songtexte stehen alle in Booklet zwei; leider ohne Absätze und vor allem - sicherlich gewollt - nicht chronologisch. Aber sie sind da, und ich finde es super, wenn man mitlesen kann, leider keine Selbstverständlichkeit.


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