Tiefster Winter
© by Nicole
Neue Single aus dem Hause L'ÂME IMMORTELLE - darauf habe ich natürlich - nach all den Berichten aus dem Studio und über die Vorfreude der Band selbst - gespannt gewartet. Und nun ist sie da! Zunächst das Äußere: mattschwarz mit Silberdruck, darauf zu sehen eine in sich gekauerte Frau. Sie wirkt ausgebrannt, leer, hoffnungslos... im Inneren finden sich der Text von "Just Defy" sowie Angaben zu den Songs, handgeschrieben, ebenfalls im Silberdruck. Aber nun zum Inhalt:
Album-Version von "Tiefster Winter":
ich bin wirklich überrascht, der Text ist gewaltig, sehr traurig, und ich finde sofort eine Verbindung zu der Frau vom Cover. Meinen Ohren gefällt vor allem, dass Sonjas Stimme teilweise "zweistimmig" daherkommt,
mal als eine Art Echo, mal tatsächlich zweistimmig gesungen. Als Kontrast
dazu Thomas' Gesang - während der weibliche Part textlich eher in den Erinnerungen
hängt ("Alles was ich glaubte, was mir meine Hoffnung gab..."),
verweist der härter klingende männliche Part auf die Gegenwart ("Tiefster
Winter schafft sich Raum, wo einst Frühlingsknospen blühten").
Das Gesamtwerk ist von einem tanzbaren Beat untermalt und wird noch zusätzlich
betont durch Bass und Geigenklänge. Überhaupt: Eine auffällige
Neuerung im Sound von LAI lässt sich ausmachen, der mich sehr freut: Gitarren,
Geigen, Schlagzeug - klasse!
Zeromancer Remix:
meine erste Assoziation war Rammstein. Und meine zweite eigentlich auch noch
- Und da ich härtere Musik an sich sehr gern höre, also durchaus mein
Geschmack. Die "Echostimme" fehlt weitgehend, Thomas klingt sehr "metallisch".
Zeromancer beschränken sich auf den ersten Teil des Textes und ergänzen
noch einen englischen Part.
Klubtekk Remix:
hier fiel mir zunächst der Bassbeat auf, den meine Boxen sehr gern wiedergeben
(ich war wirklich verblüfft, wie toll die plötzlich klangen). Geigen
und Zweitstimmen treten auch hier in den Hintergrund, während (Bass)Gitarrensounds
betont werden. Wirkt auf mich noch düsterer als die Albumversion, eignet
sich eindeutig zum Lauthören (Hallo Nachbarn)!
Just Defy:
Ohrwurmqualität. Der Song hat mich schon nach dem ersten Hören eingefangen.
Der Text wirkt auf mich wütend ("Your words can't hurt me anymore"),
und deshalb passt Thomas' Stimme hervorragend dazu. Der Beat kommt dazu, eingängig,
tanzbar. Doch mittendrin wird man von 100 auf Null gebremst! Pianoklänge,
und Sonja singt sanft, fast gehaucht, den gleichen Text statt in der "Du"-
in der "Ich"-Form ("My words..."), und während man
vorher des Sängers Wut verstand, wird einem plötzlich der Gegenpart
vorgeführt, der vielleicht gar nicht seine Lügen verteigt, sondern
nur zu schwach war? Doch bevor man lang darüber nachdenken kann, setzt
der Beat wieder ein. Mein Favorit dieser EP!
Scheideweg (Instrumental):
Hätte von mir aus noch 10 oder 20 Minuten länger sein können, die Instrumentals von LAI gefallen mir eigentlich alle sehr gut. So auch dieser!